Wie bekomme ich meinen Alltag mit Home Office mit Kindern zuhause unter einen Hut? Und wie gehe ich einigermaßen gelassen durch diese Krise – ich habe jetzt schon Anzeichen für ein Mama-Burnout?

Zu diesen Fragen könnten wir niemanden besseren interviewen als die Gründerin von Mamanehmer – Jana Heinzelmann.

Jana ist selbst selbstständig und Mutter von einem dreijährigen Sohn. Aktuell arbeiten sie und ihr Mann von zu Hause und teilen sich die Kinderbetreuung auf. 

Normalerweise berät Jana selbstständige Mamas bei der Organisation ihres Alltags – sie ist selbst ein richtiges Organisationswunder.

Nicht nur in (Corona-) Krisenzeiten in 2020 befinden sich viele Mütter in der Lage, dass sie von zu Hause ihre Mehrfachbelastung mit Kind, Job und Haushalt managen müssen. Sie sitzen im Home Office mit ihren Kindern und machen Multitasking ohne Ende. Gerade wenn die Kinderbetreuung aus irgendwelchen Gründen ausfällt.

Jana erzählt im Glücksheldin-Podcast, wie sie als selbstständige Mutter ihre Arbeitszeit und ihren Alltag komplett umorganisiert hat. Sie steht früher auf, um schon vorzuarbeiten, kümmert sich dann um ihren Sohn während ihr Mann arbeitet und übergibt dann wieder Mittags, um sich nochmal für ein paar Stunden ins Home-Office zu verabschieden. 

Sie gibt im Interview mit Olivia handfeste Tipps, die dir als Mama helfen, in der Krise und am Homeoffice Schreibtisch zu überleben.

Janas Tipps haben wir hier nochmal für dich zusammen gefasst und um einige Kleinigkeiten aus unserer Erfahrungskiste ergänzt

1. Baue dir Ruheinseln ein

Nie war es wichtiger in den Alltag als Mama Ruheinseln einzuplanen wie jetzt. Nicht nur, dass du mehr organisieren und planen musst. Die Krise wirft große Ängste und Unsicherheiten auf, die uns und unsere Kinder verändern. Dazu kommt, dass liebgewonnene Routinen wegfallen. Routinen, die uns und unseren Kindern Sicherheit geben.

Diese organisatorische und psychische Belastung macht sich bemerkbar. Vielleicht hast du das schon mal gespürt, vielleicht bist du schon mal ausgerastet vor deinen Kindern. Es ist einfach alles anders. Wenn du sonst deine Kinder morgens in die Betreuung bringst, bist du jetzt mit Kindern im Home Office, unter Stress und ständig auf Abruf .

Darum bau dir mindestens eine Ruheinsel am Tag ein. Das können 10 Minuten allein im Bad sein, 2 Minuten Atemübung am Schreibtisch, das kann ein Spaziergang oder eine Joggingrunde sein. Hauptsache du schöpfst neue Kraft und kannst geduldig und entspannt mit dem Rest der Familie umgehen. Und wenn du jetzt sagst: Ich hab doch keine Zeit, dann lies hier rein, wir geben dir unseren bewährten 5-Schritte-Plan zur Lösung.

2. Akzeptiere die Situation

Das klingt trivial, aber Akzeptanz ist aktuell der Schlüssel zum Erfolg. Klar, man kann und muss nicht alles hinnehmen. Aber in der Corona-Krise nutzt es einfach nicht zu lamentieren und zu hadern. Wir können gerade nichts ändern. Darum unser Tipp: Atme dreimal tief ein und aus und sage dir innerlich: “Ich akzeptiere!”.

Wenn du noch weitere Tipps zum Thema “Wie ich mit meinem Stress umgehe” möchtest, kannst du gerne in unserer Achtsamkeitsserie für Mamas nachlesen.

3. Hol dir Hilfe: sag deinem Partner, was du brauchst

Hilfe holen – vielleicht denkst du da an ältere Menschen in der Umgebung, für die andere einkaufen gehen. Aber auch du darfst dir Hilfe holfen. Bei der Organisation des Krisenalltags gibt es viele Möglichkeiten: Du könntest die Großeltern für ein Skype-Home-Schooling mit deinen Kindern während deiner Arbeitszeiten engagieren oder auch deinen Partner um sein Verständnis bitten und ihn fragen, ob er auf die Kinder achtet, damit du eine Stunde schlafen kannst. Hilfe holen ist für viele Menschen schwierig. Denk aber bitte immer daran: Das Wichtigste ist, dass du gesund bleibst. Darum hol dir deine Auszeiten (siehe Punkt 1).

4. Erstell einen Plan

Wie du einen Tagesplan erstellst haben wir in der Podcastepisode Nr. 56 thematisiert. Es ist so wichtig, dass du dir eine neue Struktur mit neuen Routinen aufbaust, eure Arbeitszeiten berücksichtigst und dabei so gut es geht deine Sohn, Tochter, Partner und wer immer auch bei dir lebt in die Planung und Umsetzung mit einbeziehst.

5. Frag nach und höre zu

Frag deinen Partner in einer ruhigen Minute mit echtem Interesse, wie es ihm gerade eigentlich geht. Höre ihm zu. Zeige Verständnis für deine Probleme. Oft geht das im Alltag unter und das schwächt euch als Team.

6. Baut euch (neue) Routinen auf

Baut euch als Familie gemeinsame Eckpunkte am Tag ein, damit ihr Routinen habt, die gerade für die Kinder wichtig sind. Das können die Essen sein oder ein gemeinsamer Spieleabend. Seid kreativ und sucht euch dafür etwas aus, das allen Freude macht.

Janas abschließende Message im Interview ist: ruhig bleiben und annehmen, dass du gerade überlastet bist.

Es ist ok! Arbeite dich nicht auf, erwarte nicht zu viel von dir und sei lieb zu dir!

Die andere Seite der Medaille ist ja, ob es dir oder euch als Familie gelingt, dass sich auch die Kinder, während du mit Kindern im Rücken im Home Office sitzt, selber beschäftigen können.

Aus unserem ausführlicheren Artikel darüber haben wir hier nochmal die fünf besten Tipps dazu zusammen gestellt.

Wir haben unsere wichtigsten Tipps zusammengestellt, wie du deine Kinder in ihrer Selbstständigkeit fördern und besser beschäftigen kannst:

1. Schaffe Rahmenbedingungen für die Selbstständigkeit

Räume die Sachen oder Nahrungsmittel so hin, dass deine Kinder sich ohne die Hilfe von einem Elternteil bedienen können. Ob etwas zu trinken, einen Snack oder Material zum Basteln – wenn deine Kinder dich jedesmal brauchen, um etwas aus dem Regal zu holen, wird es schwierig mit der Selbstständigkeit. Und auch wenn mal etwas daneben geht, akzeptiere das. Das passiert einfach. Zeige deinen Kids lieber, wie sie eine Wasserlache selber beseitigen können.

Bei uns haben sich meine Kinder eine Liste mit Aktivitäten gemalt, die sie alle alleine machen können. Die Utensilien, die sie dafür benötigen, haben sie sich in einer Kiste zurecht gelegt. Das klappt sehr gut. Bis heute. Und täglich kommen neue Ideen hinzu.


2. Übergebe ihnen Verantwortung

Ab einem bestimmten Alter übernehmen Kinder sehr gerne Verantwortung. Auch wenn das kleine Dinge sind, haben sie Freude daran. Wenn du sie daran gewöhnst, selbst Verantwortung zu tragen, werden sie daran wachsen und immer mehr alleine machen wollen und können. Es können auch ältere Geschwister mehr Verantwortung für die Kleineren übernehmen. Arbeite mit deinen Kindern an ihrer Verantwortungsübernahme!

3. Kinder dürfen sich langweilen

Es ist für manche Mütter schlimm, mit anzusehen, wenn Kinder sich langweilen. Die Kleinen werden quengelig und genervt. Gerade in solchen Momenten ist es aber wichtig, ihnen nicht sofort etwas vorzugeben, sondern das auszuhalten und sie dem auch zu überlassen.

Es ist ok, sich zu langweilen. Es ist so wichtig, dass unsere Kinder mit dem Gefühl der Leere in sich hineinspüren lernen. Dass sie lernen auf ihre Empfindungen und Bedürfnisse zu achten und selbst zu spüren, auf was sie Lust haben.

Und auf die Erziehung übertragen bedeutet das: Du erziehst sie zu Kreateuren und nicht zu Konsumenten. Daraus ergibt sich eine Win-Win-Situationen: Deine Kinder lernen kreativ zu sein und aus unsicheren Situation etwas Positives zu erschaffen. Du hast mehr ungestörte Zeit für dich.

4. Bespreche mit ihnen, was du brauchst und grenze dich ab

Falls du im Home Office bist und/oder eine Telefonkonferenz oder einen sonstigen wichtigen Termin in deiner Arbeitszeit hast, kommuniziere das deinen Kindern. Sei verbindlich und sage ihnen, wann du (oder ihr Papa) wieder für sie da sein kannst. Sorge dafür, dass sie dieses Zeitfenster einschätzen können, zum Beispiel durch eine Küchenuhr oder ähnliches. Ich habe mit meinen Kindern auch ein Zeichen vereinbart, wenn sie zu mir reinkommen und es überhaupt gar nicht geht. Dann müssen sie sich gedulden (wenn keine Gefahr für Leib und Leben besteht), es geht einfach nicht anders. 

5. Arbeitet als Team zusammen

Ihr seid in herausfordernden Situationen wie in der Corona-Krise in 2020 noch mehr als normalerweise ein Team, das aufeinander angewiesen ist. Jedes der Familienmitglieder, jedes Elternteil, die Tochter, der Sohn, hat eigene Bedürfnisse, eigene Pflichten, eigene Rechte. Und alle sind gleich wichtig und zu berücksichtigen. Nehmt einander ernst, sprecht gemeinsam darüber, was am Tag ansteht. Wer wie den anderen helfen kann. Was jedem von euch besonders wichtig ist. Hört euch dazu unbedingt auch unsere Podcast-Episode dazu an.

Abschließend ist es ganz wichtig zu betonen, dass es absolut normal ist, wenn das auch mal nicht klappt. Kinder sind Kinder und keine kleinen Erwachsenen. Bei meinen Kindern ist das Ganze auch sehr tagesformabhängig. Wichtig ist es, dranzubleiben. Als Team, als Eltern, als Familie. Von dem was deine Kinder jetzt lernen, haben alle auch nach Corona noch etwas.

Lies nach, wie du mehr Ruhe in deinen Mama-Alltag bringen kannst, um Stressmomente gelassener zu nehmen. 

Hol dir hier schnelle Tipps bei akutem Mama-Stress.

Zum Lachen haben wir hier etwas richtig Sarkastisches zum Corona-Chaos in Familien.