Kennst du das auch?

Du unterhältst dich mit einer anderen Mama und ihr sprecht auch über Erziehung und eure Kinder. Mit der Zeit entsteht so eine komische Stimmung. 

Du fühlst dich unwohl, obwohl sie gar nicht wirklich Kritik übt. 

Eigentlich ist sie ja nur nett…

Hier haben wir die Erklärung für dich, denn das Ganze hat sogar einen Namen: Mom-Shaming oder auch Mom-Bashing. 

Das erstere steht dafür, bei einer anderen Mama ein Schamgefühl entstehen zu lassen, das zweite ist das tatsächliche Heruntermachen.

Ich persönlich habe festgestellt, dass dies unter Müttern ganz oft richtig subtil passiert.

Ein Tipp oder eine Bemerkung, die eigentlich fast nett klingt, löst ein unangenehmes Gefühl der Scham aus, weil eigentlich eine ganz andere Botschaft dahinter steckt. 

Falls es dir auch so geht: Warum schaffen es andere, mich so zu verunsichern?

Weil uns unsere Kinder so unheimlich wichtig sind. Weil wir ihnen alle gute Mütter sein wollen. Weil wir ab und an einfach tatsächlich überfordert sind. Und unsicher, ob wir denn dies oder jenes “richtig” machen.

Dazu habe ich einmal ein paar Beispiele notiert. Natürlich überspitzt, aber auch aus der Realität gegriffen. Diese Sätze habe ich schon zig mal gehört.

Mama sagt…Mama meint…
Du kannst das ja machen wie du willst, aber ich habe einfach gute Erfahrungen mit…Du machst das falsch.
Das muss ja jeder für sich selber entscheiden, uns ist eben einfach wichtig, dass…Wir machen es besser.
Achso, dein Kind spricht noch nicht? Unsere hat schon mit x Jahren angefangen.Mit deinem Kind stimmt etwas nicht.
Ich würde mir da nie ein Urteil erlauben, aber was Mama xy da gemacht hat, wäre einfach nichts für uns.Ich finde es sch…, was Mama xy da gemacht hat.
Ich bin so froh, dass Kind xy sooo gut schläft. Wir haben ein paar Regeln beachtet und sie hat schon sooo früh einfach durchgeschlafen.Du bist selbst schuld, dass dein Kind nicht gut schläft.

Was also tun, wenn uns so etwas passiert?

  1. Bewusst machen, was gerade passiert

Der erste Schritt ist, sich bewusst zu machen, dass bei mir im Gespräch gerade ein unangenehmes Gefühl entsteht und ich gerade versteckte Kritik um die Ohren bekomme. Zudem hilft es dir klar zu machen: Du hast wahrscheinlich eine Mutter mit vielen Unsicherheiten vor dir, sonst würde sie sich nicht so verhalten. Vielleicht kannst du sogar ein Stück Mitgefühl für sie erzeugen.

  1. Distanzieren

Jetzt solltest du dich aus dem Gespräch heraus nehmen. 

Inhaltlich in eine Diskussion über Stillen, Babybrei, Schlafsituation, Schulwahl oder sonstiges einzusteigen, bringt nichts und reibt dich vermutlich nur auf.

Je nach Situation und Gegenüber sage der anderen Mutter ruhig, dass du dieses Gespräch nicht mehr weiterführen möchtest. Sei höflich und bestimmt und wünsche ihr viel Erfolg auf ihrem Mama-Weg.

  1. Positives Mantra

Finde für dich ein positives Mantra, das du in solchen Situationen verwenden kannst. Das kann zum Beispiel sein: “ich stehe zu mir”. Und dann gehe über zu dem was dir wirklich wichtig ist: deinem Kind, deiner Zeit, deinem Tag!

Wie schön wäre es, wenn wir Mütter uns einfach gegenseitig unterstützen würden?

Wir sitzen alle im gleichen Boot, haben alle die gleichen Sorgen und Unsicherheiten. Unsere Idee für dich: Mache doch einer anderen Mama heute einmal ein Kompliment und sage ihr dass sie das gut macht als Mama.

Online gibt es übrigens den Hashtag #coolmomsdontjugde, der sich gegen Mom-Shaming richtet. Wenn du bei Instagram&Co. bist, verwende ihn doch auch mal, dann trägst du ein Stück dazu bei, dass dieses Phänomen irgendwann weniger wird.

Hier kannst du übrigens nachlesen, wie dir Meditation hilft, im Alltag gelassen zu bleiben.

Und hier etwas darüber, wie du belastende Freundschaften beenden kannst.