Was macht eigentlich den Alltag mit Kindern so stressig? 


Ständig auf Abruf

Du sitzt endlich mit deinem Kaffee auf der Couch und möchtest dich entspannen. Aber genau in diesem Moment kreischt dein Baby aus dem Babyfon oder dein Kleinkind schreit: Mama, Popo abputzen!

Du weißt nie, wieviel Zeit für dich bleibt.

Ein Bekannter erzählte mal, mit welchem Druck sein Bereitschaftsdienst bei der Feuerwehr bei ihm verbunden war. Er konnte am Wochenende nie entspannen, weil das Telefon ständig hätte klingeln können.

So ungefähr fühle ich mich. Ich weiß eigentlich schon gar nicht mehr, was Entspannung ist. Gestern Abend wollte ich meditieren. Nur mein Mann und ich waren im Wohnzimmer. Die Kinder schliefen seit einer Stunde. Gerade war ich voll auf meinen Atem konzentriert, da höre ich die Tür aufgehen und meine zweite Tochter kam mit den Worten “Ich liebe euch” herein. Böse kann man da nicht sein und meditieren auch nicht. 

Keine Freiheit / Fremdbestimmung

Ich weiß gar nicht, was wir früher alles mit unsere Freiheit angefangen haben. Gut, wir arbeiteten 40 Stunden, kamen erst Abends nach Hause. Aber dann konnten wir SELBST entscheiden, was wir tun wollten. Wir konnten uns Abends rechtschaffen müde ins gemütliche Bett legen mit der Gewissheit dort erst am Morgen aufzuwachen. Damals war mir nicht bewusst, dass Babys so schlecht schlafen, dass ich mal fünf Mal nachts wach sein würde.

Heute ist vieles, was früher Normalität war, undenkbar.

Wenn bis 18 Uhr das Abendessen nicht fertig auf dem Tisch steht, geht das Drama los. Der Kleine schreit, weil er hungrig und müde zugleich ist, die Mädels machen das Wohnzimmer unsicher und drehen noch mal so richtig auf. Jeder will dann beim Essen zur gleichen Zeit das Geschehnis vom Tag loswerden.

Eigentlich habe ich keine freie Minute, in der ich entscheiden kann, was ich machen möchte. klar, ich nähe ab und zu etwas (für meine Kinder). Aber immer nur mal fünf Minuten schnell, schnell und dann muss ich schon wieder aufspringen, weil der Kleine das Kabel der Mehrfachsteckdose annagt. Und wenn ich mich einmal länger hinsetze z.B. um einen Blogartikel fertigzustellen (ohne Speech to text-App könnte ich glaube ich gar nichts zu Wege bringen), bekomme ich spätestens dann die Rechnung, wenn nicht das Mittagessen auf dem Tisch steht, meine Kinder nichts sauberes zum Anziehen habe oder kein Brot fürs Abendessen da steht. Ich spreche hier ja gar nicht von der Freiheit, den Urlaub zu machen, den ich möchte oder überhaupt Urlaub zu haben. Das ist ein ganz anderes Kapitel. Urlaub, was ist das eigentlich? Nein, es geht vielmehr um einen kurzen Zeitraum, in dem man als Mama ungestört und in Ruhe etwas tun kann, ohne, dass danach die Welt zusammenbricht – zumindest gefühlt. Ich finde es schon schön, in Ruhe ohne Multitasking die Spülmaschine auszuräumen 😉

Aber jetzt Schluss mit dem Gejammere!

Es gibt Möglichkeiten, mehr Ruhe in deinen Mama-Alltag zu bringen, Stressmomente gelassener zu nehmen.


Hier sind meine drei Tipps, wie du mehr Ruhe in deinen Alltag bringen kannst:

  1. Kommuniziere deine Gefühle!
    Ich erlebe es immer wieder in anderen Familien, dass die Mama durchgehend funktioniert. Beispiel, die Kinder sitzen schon am Tisch, die Mama rödelt noch rum: Sie deckt die restlichen Teller, sucht gleichzeitig das Lätzchen fürs Baby und rührt im Topf. Gleichzeitig schreien die Kinder nach dem zweiten Glas Milch, ärgern sich gegenseitig, heulen, wenn nicht etwas rechtzeitig für sie gemacht wird.
    Hier heißt es: Abgrenzen!! Raus aus dem Hamsterrad, übergebe deinen Kindern Verantwortung, lasse sie den Tisch decken, erziehe sie zum Mitgefühl. Wenn dir alles zu viel wird, mach mal das Gegenteil zum sonstigen Ablauf: Setz dich auf einen Stuhl und  warte ganz still (tiefes ein- und ausatmen), schließe die Augen, wenn du willst, sammle deine Kräfte. Wenn deine Kinder dann fragen: Mama, was hast du, was ist denn los? Dann sage ihnen, dass du erschöpft bist, dass du gerade Kräfte sammelst um weiter da zu sein für sie, dass es dir gerade zu viel ist, dass es dir zu laut ist, was auch immer. Kommuniziere deine Gefühle!

  2. Identifiziere Stress-Momente aus deinem Alltag!
    Kennst du das? Du hast die Kinder endlich in Kita und Kindergarten oder Schule abgeliefert und bist immer noch am rumhetzen? Ich finde, man ist manchmal so am sich beeilen, nachdenken und hetzen, dass es einem gar nicht mehr auffällt, wenn man eigentlich Ruhe einkehren lassen könnte. Ich bin der festen Überzeugung, dass sich dieser permanente Stress nachhaltig schlecht auf die eigene Gesundheit auswirkt. Immer mehr Mamas stehen mindestens mit einem Fuß im Mutter-Burnout, haben schon depressive Episoden erlebt oder empfindend tiefe Erschöpfung und Unzufriedenheit. Damit es uns nicht so ergeht, ist es wichtig, unsere Energie zu sparen. Dazu empfehle ich dir, einmal nachzudenken, welche Situationen am Tag du mit deinen Kindern erlebst. Wann bist du am meisten gestresst? Am Morgen beim Kinder für Schule und Kindergarten fertig machen? Beim Mittagessen kochen, während dein Baby schläft? Auf dem Weg von der Arbeit zu deinen Kindern? Notiere dir am besten diese energiefressenden Situationen. Jetzt überlege, was nötig ist, um diese Situationen zu entschärfen! Hilft es z.B. früher am Morgen aufzustehen, damit ihr mehr Zeit habt, euch fertigzumachen. Hilft es, den Frühstückstisch schon am Abend vorher zu decken (vielleicht mit deinen Kindern zusammen) und die Pausenbrotboxen fertigzumachen? Kannst du im Auto auf dem Weg zu deinen Kindern einen entspannenden Podcast hören, vielleicht unseren Glücktrotzkind-Podcast 😉 oder entspannende Musik… Es gibt so viele Möglichkeiten..

  3. Baue jeden Tag mind. eine Ruheinsel in deinen Mama-Alltag ein!
    Hier geht es darum, im Gegensatz zu den Stressquellen, entspannte Momente zu identifizieren. In welchen Augenblicken kannst du Ruhe genießen? Auf dem Weg von der Schule zum Supermarkt? Kannst du noch in Ruhe einen Kaffee genießen oder Yoga machen, nachdem die Kinder weggebracht sind? Sind deine Kinder auch evtl. schon alt genug, sich komplett alleine anzuziehen? Du hilfst ihnen aber noch, weil es dann einfach schneller geht? In dieser Zeit könntest du nämlich auch kurz Luft holen und dich in Ruhe fertigmachen. Es gibt hier unzählige Möglichkeiten. Wenn du gerade keine Idee hast, brainstorme doch mal kurz, was dir gut tut, was du gerne machst und versuche kleine Ruhe- oder Glücksinseln in deinen Alltag einzubauen. Manchmal ist eine 10-Minuten-Ich-Zeit schon sehr wohltuend, du sammelst Kraft und füllst deinen Energiespeicher wieder auf.

Setze dich am besten sofort hin, du kannst auch alles sehr gut visualisieren:

Was sind Dinge, die deinen Akku aufladen, was sind Dinge, die deinen Akku entladen?

Was möchtest du an deinem Alltag ändern? Welche Stellschrauben möchtest du drehen? Ich bin gespannt auf deine Lösungen und Aha-Momente. Schreib gerne in die Kommentare, ob und wie es geklappt hat, mehr Ruhe in deinen Alltag zu bringen!

Lies hier weiter und erfahre, wie du mit Schlafmangel umgehen kannst.