Viele Eltern stehen gerade vor der Herausforderung: Sie müssen von zu Hause arbeiten und sind darauf angewiesen, dass sich die Kinder alleine beschäftigen – zumindest eine Zeit lang. Doch die Realität sieht in den meisten Haushalten so aus, dass ihre Kinder alle fünf Minuten aufschlagen und Hilfe brauchen von Mama oder Papa. Ist gerade eine wichtige Videokonferenz im Gange, kann das ganz schön nerven. 

Wir haben unsere wichtigsten Tipps zusammengestellt, wie du deine Kinder in ihrer Selbstständigkeit fördern kannst.

Schaffe Rahmenbedingungen für die Selbstständigkeit

Räume die Sachen oder Nahrungsmittel so hin, dass deine Kinder sich ohne deine Hilfe bedienen können. Ob etwas zu trinken, einen Snack oder Material zum Basteln – wenn deine Kinder dich jedesmal brauchen, um etwas aus dem Regal zu holen, wird es schwierig mit der Selbstständigkeit. Und auch wenn mal etwas daneben geht, akzeptiere das. Das passiert einfach. Zeige deinen Kids lieber, wie sie eine Wasserlache selber beseitigen können.

Bei uns haben sich meine Kinder eine Liste mit Aktivitäten gemalt, die sie alle alleine machen können. Die Utensilien, die sie dafür benötigen, haben sie sich in einer Kiste zurecht gelegt. Das klappt sehr gut. Bis heute. Und täglich kommen neue Ideen hinzu.


Übergebe ihnen Verantwortung

Ab einem bestimmten Alter übernehmen Kinder sehr gerne Verantwortung. Auch wenn das kleine Dinge sind, haben sie Freude daran. (Frieda holt 4 Äpfel aus der Schüssel.) Wenn du sie daran gewöhnst, selbst Verantwortung zu tragen, werden sie daran wachsen und immer mehr alleine machen wollen und können. Es können auch ältere Geschwister mehr Verantwortung für die Kleineren übernehmen.

Kinder dürfen sich langweilen

Es ist für manche Mamas schlimm, mit anzusehen, wenn Kinder sich langweilen. Die Kleinen werden quengelig und genervt. Gerade in solchen Momenten ist es aber wichtig, ihnen nicht sofort etwas vorzugeben, sondern das auszuhalten und sie dem auch zu überlassen.

Es ist ok, sich zu langweilen. Es ist so wichtig, dass unsere Kinder mit dem Gefühl der Leere in sich hineinspüren lernen. Dass sie lernen auf ihre Empfindungen und Bedürfnisse zu achten und selbst zu spüren, auf was sie Lust haben.

Und auf die Erziehung übertragen bedeutet das: Du erziehst sie zu Kreateuren und nicht zu Konsumenten. Daraus ergibt sich eine Win-Win-Situationen: Deine Kinder lernen kreativ zu sein und aus unsicheren Situation etwas Positives zu erschaffen. Du hast mehr ungestörte Zeit für dich.

Bespreche mit ihnen, was du brauchst und grenze dich ab

Falls du im Home Office bist und/oder eine Telefonkonferenz hast, kommuniziere das deinen Kindern. Sei verbindlich und sage ihnen, wann du (oder ihr Papa) wieder für sie da sein kannst. Sorge dafür, dass sie dieses Zeitfenster einschätzen können, zum Beispiel durch eine Küchenuhr oder ähnliches. Ich habe mit meinen Kindern auch ein Zeichen vereinbart, wenn sie zu mir reinkommen und es überhaupt gar nicht geht. Dann müssen sie sich gedulden (wenn keine Gefahr für Leib und Leben besteht), es geht einfach nicht anders. 

Arbeitet als Team zusammen

Ihr seid jetzt gerade noch mehr als normalerweise ein Team, das aufeinander angewiesen ist. Jedes der Familienmitglieder hat eigene Bedürfnisse, eigene Pflichten, eigene Rechte. Und alle sind gleich wichtig und zu berücksichtigen. Nehmt einander ernst, sprecht gemeinsam darüber, was am Tag ansteht. Wer wie den anderen helfen kann. Was jedem von euch besonders wichtig ist. Hört euch dazu unbedingt auch unsere Podcast-Episode dazu an.

Abschließend ist es ganz wichtig zu betonen, dass es absolut normal ist, wenn das auch mal nicht klappt. Kinder sind Kinder und keine kleinen Erwachsenen. Bei meinen Kindern ist das Ganze auch sehr tagesformabhängig. Wichtig ist es, dranzubleiben. Als Team, als Eltern, als Familie. Von dem was deine Kinder jetzt lernen, haben alle auch nach Corona noch etwas.

Lies nach, wie du mehr Ruhe in deinen Mama-Alltag bringen kannst, um Stressmomente gelassener zu nehmen. 

Hol dir hier schnelle Tipps bei akutem Mama-Stress.

Zum Lachen haben wir hier etwas richtig Sarkastisches zum Corona-Chaos in Familien.